18 de Oktober de 2025
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Was dich an diesem Wochenende in Madrids Straßen erwartet – und es sind keine Autos

Die Straßen von Madrid werden sich mit Schafen füllen Credit Wikipedia

Madrid bereitet sich auf eines der charmantesten und ungewöhnlichsten Wochenenden des Jahres vor. Statt hupender Autos und Motorenlärm wird man am Sonntag in der Innenstadt das Läuten von Glocken hören – denn Hunderte von Schafen und Ziegen ziehen durch die Straßen der spanischen Hauptstadt

Redaktion Spanien Press

Die traditionelle Fiesta de la Trashumancia (Transhumanz-Fest) bringt jedes Jahr die ländliche Welt zurück ins Herz der Großstadt. Es ist ein Schauspiel, das Touristen überrascht und Madrilenen gleichermaßen rührt: eine Herde von rund 800 Schafen und 200 Ziegen zieht begleitet von ihren Hirten vom Casa de Campo bis ins Stadtzentrum, vorbei an historischen Straßen wie der Calle Mayor, der Puerta del Sol und der Plaza de Cibeles.

Wenn die Stadt für ein paar Stunden zum Dorf wird

Seit 1994 organisiert die Fundación Trashumancia y Naturaleza gemeinsam mit dem Madrider Rathaus dieses Fest, um die alte Kunst des Weidezugs zu ehren – eine Praxis, die seit Jahrhunderten Teil der spanischen Identität ist.

Die Herden verlassen die Bergregionen jedes Jahr im Herbst, um wärmere Weiden im Süden zu suchen. Doch für einen Tag machen sie Halt in Madrid, um die uralten Weiderechte zu bekräftigen: auf denselben Viehwegen, die schon im Mittelalter existierten und quer durch Spanien verlaufen.

Ein Wochenende voller Tradition und Umweltbewusstsein

Neben dem spektakulären Umzug gibt es am Samstag und Sonntag Aktivitäten im Casa de Campo, darunter:

  • Workshops für Kinder über Wolle, Schafe und nachhaltige Landwirtschaft,

  • Vorführungen traditioneller Handwerkskunst,

  • Musik und Geschichten aus der Welt der Hirten.

Die Stadtverwaltung hebt hervor, dass die Transhumanz nicht nur ein kulturelles Erbe ist, sondern auch eine moderne Botschaft trägt: Sie erinnert an die Bedeutung einer nachhaltigen Viehwirtschaft, an die Pflege der Landschaften und an den Schutz der alten Viehwege als ökologische Korridore.

Wann und wo kann man das sehen?

Der Zug beginnt am Sonntag gegen 10:30 Uhr im Casa de Campo, zieht über die Calle Mayor und erreicht gegen 13 Uhr die Plaza de Cibeles, wo der symbolische Akt der Zahlung der „Maravedís“ (alter Münzen) stattfindet – eine traditionelle Geste, mit der die Hirten die Durchquerung der Stadt bezahlen.

Besucher sollten frühzeitig kommen und bequeme Schuhe tragen. Viele Straßen im Zentrum sind zeitweise für den Verkehr gesperrt – perfekt also für Spaziergänge, Fotos und Familienausflüge.

Ein Stück Geschichte auf dem Asphalt

Für viele Madrilenen ist diese Veranstaltung mehr als ein Fest: Sie ist eine Erinnerung daran, dass die Stadt einst aus Feldern, Herden und staubigen Wegen entstand.
Wenn die Tiere durch die Gran Vía ziehen, scheint Madrid für ein paar Stunden seine urbane Hektik zu vergessen – und erinnert sich daran, woher es kommt.

Also, wenn du dieses Wochenende in Madrid bist: Schau dich um, hör auf das Läuten der Glocken und halte die Kamera bereit.
Denn was dich an diesem Wochenende in Madrids Straßen erwartet – sind keine Autos, sondern Schafe.

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