Spanien hat die Weihnachtsfeiertage mit einer tragischen Bilanz erlebt: Neun Menschen sind innerhalb von nur zwei Tagen bei Wohnungsbränden ums Leben gekommen, weitere Dutzende wurden wegen Rauchvergiftungenmedizinisch behandelt. Betroffen waren mehrere Regionen, darunter Galicien, Andalusien, die Kanarischen Inseln und Kastilien-La Mancha.
Die Vorfälle ereigneten sich mitten in der kalten Jahreszeit – einer Phase, in der viele Haushalte verstärkt auf Braseros, Kamine, elektrische Heizgeräte oder improvisierte Wärmequellen zurückgreifen. Nach Angaben von Feuerwehr und Zivilschutz steigt das Risiko für Wohnungsbrände in Spanien im Winter deutlich an
Redaktion Spanien Press
Rauch als größte Gefahr bei Wohnungsbränden
Der jüngste Todesfall wurde in Pontevedra gemeldet, wo ein Mann tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde. Die Brandursache wird noch untersucht. Ähnliche Umstände zeigen sich in Mugardos (A Coruña), wo ein Vater und sein Sohn in einem stark verrauchten Haus ums Leben kamen. Erste Hinweise deuten auf eine Rauch- oder Gasvergiftunghin – eine der häufigsten Todesursachen bei Bränden in geschlossenen Räumen.
Auch auf Teneriffa, in der Gemeinde La Matanza de Acentejo, starben ein Mann und eine Frau nach einem Wohnungsbrand. Trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr kam jede Hilfe zu spät.
Besonders betroffen machte der Tod von zwei Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren in Alhaurín el Grande (Málaga). Die Ermittlungen zu den genauen Umständen dauern an.
Fluchtwege: ein oft unterschätzter Faktor
Unabhängig von den einzelnen Fällen weisen Experten seit Jahren auf ein strukturelles Risiko hin, das viele ausländische Haus- und Wohnungsbesitzer in Spanien überrascht:
In zahlreichen Gebäuden sind Fenster mit fest installierten Eisengittern versehen. Ob diese in den aktuellen Fällen eine Rolle gespielt haben, ist nicht bestätigt, dennoch warnen Feuerwehren regelmäßig, dass solche Vorrichtungen im Brandfall die Flucht erheblich erschweren können, sofern sie keine Notöffnungen von innen besitzen.
Was als Einbruchschutz gedacht ist, kann sich im Ernstfall als Hindernis erweisen – insbesondere, wenn sich Rauch schneller ausbreitet als offene Flammen.
Weitere Todesopfer wurden in Cádiar (Granada) sowie in Almadén (Ciudad Real) gemeldet. In allen Fällen dauern die Untersuchungen zur genauen Brandursache an.
Zahlreiche Verletzte in der Region Valencia
Neben den Todesfällen kam es auch zu vielen Verletzten. Allein in der Comunidad Valenciana mussten 26 Personen wegen Rauchvergiftungen behandelt werden, nachdem es in mehreren Gemeinden zu Wohnungsbränden gekommen war. In einem der Einsätze retteten Feuerwehrleute unter anderem ein Kleinkind und einen hochbetagten Mann aus einem verrauchten Gebäude.
Behörden raten zu besonderer Vorsicht im Winter
Feuerwehr und Zivilschutz erinnern jedes Jahr daran, dass einfache Vorsichtsmaßnahmen Leben retten können – insbesondere für Menschen, die ihren Winter in Spanien verbringen:
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Braseros nicht unbeaufsichtigt oder über Nacht betreiben
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Kamine regelmäßig reinigen und überprüfen
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Auf ausreichende Belüftung achten
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Fluchtwege freihalten
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Fenstervergitterungen nur mit Notentriegelung von innen
