Eine bezahlbare Wohnung in Spanien zu finden, wird immer schwieriger. Neue Zahlen von Nalanda, einer Plattform zur Beobachtung der Bauwirtschaft, zeigen: Die Zahl der Bauprojekte ist zwischen Januar und Juni 2025 um 1,8 % gesunken. Das bedeutet: Weniger neue Wohnungen und Häuser kommen auf den Markt – genau zu einer Zeit, in der die Nachfrage steigt und die Mieten, besonders in Großstädten und auf den Inseln, hoch bleiben.
Redaktion Spanien Press
Wo der Bau besonders stark zurückgeht
Der Rückgang ist regional sehr unterschiedlich:
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Kantabrien (-23 %), Kastilien und León (-18,5 %) und Madrid (-14,4 %) verzeichnen die größten Einbrüche.
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Navarra (+15,7 %), Valencia (+7,2 %), Andalusien (+5,9 %) und das Baskenland (+5 %) konnten hingegen wachsen.
Insgesamt liegt Katalonien vorn, mit über 2.000 Projekten (mehr als 20 % des Landes), gefolgt von Andalusien, Madrid und Valencia.
Welche Projekte entstehen?
Die meisten Bauvorhaben sind klein: Über 78 % haben ein Budget von unter 500.000 Euro. Großprojekte mit mehr als 50 Millionen Euro nahmen zwar um 22 % zu, bleiben aber eine Ausnahme.
Der aktivste Monat war Juni mit mehr als 2.500 Projekten. Nalanda erwartet im zweiten Halbjahr mehr Aktivität, doch kurzfristig wird das die Wohnungsnot kaum lindern.
Für Ausländer, die in Spanien leben, bedeutet der Rückgang im Bauwesen: weiter steigende Mietpreise und weniger Wohnungsangebote. Besonders in Madrid, Barcelona, Valencia und auf den Balearen konkurrieren internationale Bewohner oft direkt mit Touristen und Einheimischen um Wohnraum.
Unternehmer in Madrid warnen sogar, dass die Wohnungskrise die Ambitionen der Hauptstadt gefährden könnte, ein echtes internationales Talentzentrum zu werden – denn ohne bezahlbare Wohnungen fällt es schwer, Fachkräfte dauerhaft zu halten.
Die Wohnungskrise in Spanien bessert sich nicht. Da weniger gebaut wird und die Nachfrage hoch bleibt, dürften Mieten und Immobilienpreise in vielen Regionen weiter angespannt bleiben.
