9 de Juni de 2025
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Wohnungssuche nach der PAU (Abitur). Der andere Wettlauf, der Spaniens Studierende beschäftigt

Credit Annie Spratt (Unsplash)

Redaktion Spanien Press

Tausende junge Menschen in Spanien warten in diesen Tagen auf ihre Ergebnisse der PAU (die spanische Hochschulzugangsprüfung, früher bekannt als Selectividad). Doch viele von ihnen stehen bereits vor einer anderen Herausforderung: eine Wohnung für das kommende Studienjahr zu finden.

Seit Januar oder Februar – teils noch früher – durchforsten Studierende und ihre Familien die Online-Plattformen, in der Hoffnung, ein Zimmer oder eine Wohnung zu ergattern. Denn sie wissen: Ab Juni beginnt der eigentliche Wettlauf, vor allem in den großen Universitätsstädten wie Madrid, Sevilla, Malaga,  Valencia, Granada oder Salamanca.

Wohnungen verschwinden in wenigen Stunden

Laut Immobilienagenturen sind gut gelegene und bezahlbare Wohnungen oft schon nach  – manchmal Stunden – vergeben. Viele Mietverträge werden sogar abgeschlossen, ohne dass die Wohnung vorher besichtigt wurde, einfach um sich den Platz zu sichern.

Die Zahl der privaten Studierendenwohnheime ist in den letzten Jahren zwar gestiegen, doch mit Preisen von über 700 Euro pro Monat sind sie für viele unerschwinglich. Die klassische Wohngemeinschaft bleibt daher für die Mehrheit die bevorzugte Lösung – trotz zahlreicher Hürden.

Die meisten Studierenden suchen gezielt nach Wohnungen mit drei oder vier Schlafzimmern, um sich die Miete, Strom, Internet und Nebenkosten zu teilen. Allein zu wohnen ist für die Mehrheit finanziell kaum machbar, denn selbst ein kleines Studio in Universitätsnähe kostet inzwischen rund 700 Euro nur an Kaltmiete – Nebenkosten nicht inbegriffen. Wohngemeinschaften sind daher nicht nur praktisch, sondern für viele die einzige bezahlbare Option.

Steigende Mieten, Zusatzkosten und spärlich ausgestattete Zimmer

Der Mietmarkt zeigt sich landesweit angespannt: Preise von über 500 Euro für ein Zimmer in zentraler Lage sind inzwischen keine Seltenheit. Hinzu kommen Maklergebühren, befristete Verträge und schlecht ausgestattete Zimmer, die kaum Platz für einen Schreibtisch bieten.

Nicht alle Vermieter wollen an junge Leute vermieten. Dennoch bevorzugen viele Immobilienbesitzer Studierende, weil die Eltern oft als Bürgschaft einspringen. Das bedeutet für sie: Mietsicherheit – ein wichtiger Punkt im aktuellen Wohnungsmarkt.

Beliebte und teure Viertel in Spaniens Universitätsstädten

In jeder Stadt gibt es bestimmte Viertel, die sich zur ersten Wahl für Studierende entwickelt haben:

  • Argüelles und Moncloa in Madrid

  • El Carmen in Valencia

  • Albaicín in Granada

  • Zentrum und Campusnähe in Salamanca

  • Viapol, El Porvenir, San Bernardo oder Los Remedios in Sevilla

Die Nähe zur Universität, eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und das studentische Umfeld sorgen dafür, dass die Mieten in diesen Vierteln besonders hoch sind. Wer weniger zahlen möchte, muss häufig auf Randlagen ausweichen und längere Wege in Kauf nehmen.

Selectividad geschafft – und jetzt?

Mit der Veröffentlichung der EBAU-Ergebnisse in vielen Regionen Spaniens wird die Wohnungssuche noch dringlicher. Für viele junge Menschen markiert der Studienbeginn einen neuen Lebensabschnitt – aber auch eine finanzielle und organisatorische Herausforderung.

Denn im Spanien des Jahres 2025 hängt der Zugang zur Hochschulbildung nicht nur vom Bestehen einer Prüfung ab, sondern auch davon, ein Dach über dem Kopf zu finden.

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