Costa Blanca erstickt in tropischer Schwüle: Hitzewelle erreicht am Donnerstag ihren Höhepunkt – Warnungen für weite Teile der Küste

Rekordhitze in Spanien: Mehrere Hitzewellen mit Temperaturen von über 40 Grad haben die Sterblichkeit im Land deutlich erhöht (Credit: Immo Wegmann/Unsplash)

Die Bewohner und Urlauber an der Costa Blanca erleben derzeit eine der unangenehmsten Wetterlagen dieses Sommers. Nicht allein die Temperaturen sorgen für Belastung, sondern vor allem die außergewöhnlich hohe Luftfeuchtigkeit. Die spanische Wetterbehörde AEMET hat ihre Wetterwarnungen für große Teile der Provinz Alicante verlängert. Meteorologen rechnen damit, dass die aktuelle Hitzewelle am Donnerstag ihren Höhepunkt erreicht.

Redaktion Spanien Press

von Marlon Gallego Bosbach

Während im Landesinneren Temperaturen von 40 Grad Celsius oder mehr erwartet werden, machen an der Küste vor allem die schwülen Bedingungen den Menschen zu schaffen. Obwohl die Thermometer dort meist zwischen 31 und 35 Grad anzeigen, fühlt sich die Hitze durch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit deutlich intensiver an. Viele Bewohner sprechen bereits von einer „drückenden Tropenhitze“, die selbst nachts kaum nachlässt.

Hohe Luftfeuchtigkeit lässt die gefühlte Temperatur deutlich steigen

Der Grund für die außergewöhnliche Belastung liegt in der Kombination mehrerer Wetterfaktoren. Das Mittelmeer hat sich in den vergangenen Wochen stark aufgeheizt und gibt kontinuierlich Feuchtigkeit an die Luft ab. Gleichzeitig sorgen schwache Windverhältnisse dafür, dass kaum Abkühlung möglich ist.

Dadurch kann der menschliche Körper nur eingeschränkt Wärme über das Schwitzen abgeben. Die Folge: Die gefühlte Temperatur liegt vielerorts deutlich über den tatsächlich gemessenen Werten. Bereits Temperaturen knapp über 30 Grad können sich unter diesen Bedingungen wie weit über 40 Grad anfühlen.

Besonders betroffen sind die klassischen Urlaubsorte entlang der Costa Blanca, darunter Alicante, Benidorm, Altea, Calpe, Dénia, Jávea, Torrevieja und Orihuela Costa.

Tropische Nächte bringen kaum Erholung

Auch nach Sonnenuntergang entspannt sich die Lage kaum. In zahlreichen Küstenorten sinken die Temperaturen nachts nicht unter 24 bis 26 Grad. Meteorologen sprechen dabei von sogenannten tropischen Nächten.

Gerade diese anhaltend hohen Nachttemperaturen stellen für viele Menschen eine erhebliche Belastung dar. Wohnungen können kaum auskühlen, Schlafprobleme nehmen zu und der Körper erhält kaum Gelegenheit, sich von der Hitze des Tages zu erholen. Besonders ältere Menschen, kleine Kinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten als gefährdet.

Höhepunkt der Hitzewelle am Donnerstag

Nach Angaben der spanischen Wetterbehörde erreicht die dritte Hitzewelle des Sommers am Donnerstag ihren Höhepunkt. Für große Teile Spaniens gelten bereits gelbe, orange und in einigen Regionen sogar rote Warnstufen.

Während im Süden der Provinz Alicante sowie in angrenzenden Regionen lokal Temperaturen von über 42 Grad erwartet werden, bleibt auch die Küste von der extremen Wärme nicht verschont. Zusätzlich warnen Meteorologen vor einzelnen Hitzegewittern, die örtlich mit starken Windböen und Hagel einhergehen können. Eine nachhaltige Abkühlung wird jedoch zunächst nicht erwartet. Erst zum Wochenende könnten die Temperaturen in einigen Landesteilen leicht zurückgehen.

Gesundheitsbehörden rufen zur Vorsicht auf

Angesichts der außergewöhnlichen Wetterlage rufen die spanischen Behörden die Bevölkerung und Urlauber zu besonderer Vorsicht auf. Vor allem während der heißesten Stunden des Tages zwischen Mittag und dem späten Nachmittag sollte direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermieden werden.

Experten empfehlen zudem, ausreichend Wasser zu trinken – auch dann, wenn noch kein Durstgefühl besteht –, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Körperlich anstrengende Aktivitäten sollten nach Möglichkeit in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Leichte, helle Kleidung kann zusätzlich dazu beitragen, den Körper vor Überhitzung zu schützen.

Um die Hitze in Wohnräumen möglichst gering zu halten, sollten Fenster und Rollläden tagsüber geschlossen bleiben und erst in den kühleren Nachtstunden geöffnet werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt älteren Menschen, Kindern und gesundheitlich vorbelasteten Personen, die unter den extremen Temperaturen besonders leiden.

Auch Haustiere benötigen ausreichend Wasser und Schatten und dürfen unter keinen Umständen in abgestellten Fahrzeugen zurückgelassen werden. Gleichzeitig bleibt die Waldbrandgefahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der extremen Hitze in weiten Teilen Spaniens auf einem hohen Niveau, weshalb die Behörden weiterhin eindringlich zur Vorsicht aufrufen.

Sommerurlaub wird zur Belastungsprobe

Für viele Urlauber bedeutet das Wetter derzeit eine Herausforderung. Während Strandbesuche am frühen Morgen oder am Abend weiterhin möglich sind, werden Aktivitäten in den Mittagsstunden zunehmend zur Belastung. Selbst an den Küsten sorgt die Kombination aus heißer Luft und hoher Luftfeuchtigkeit dafür, dass der Sommer 2026 vielerorts als außergewöhnlich schwül empfunden wird.

Meteorologen beobachten die Entwicklung weiterhin genau. Ob nach dem Höhepunkt der Hitzewelle tatsächlich eine nachhaltige Entspannung eintritt, bleibt derzeit noch offen. Fest steht jedoch: Die kommenden Tage werden an der Costa Blanca zu den heißesten und schwülsten des bisherigen Sommers gehören.

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