6 de Oktober de 2025
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Die Folgen des Wohnungsgesetzes schlagen jetzt durch

Wohnungen Málaga

Immobilienexperten in Spanien schlagen Alarm über die Auswirkungen des Wohnungsgesetzes, das bereits vor einiger Zeit verabschiedet wurde, jedoch erst jetzt seine vollen Effekte entfaltet. Nach ihren Schätzungen ist das Angebot an Mietwohnungen in den großen Städten um mehr als 30 % zurückgegangen, während die Schattenwirtschaft im Vermietungssektor wächst

Redaktion Spanien Press

Das Gesetz, das damals von vielen Mietern mit Hoffnung und Freude aufgenommen wurde, hat sich inzwischen gegen sie gewandt. Statt günstigere Preise oder leichteren Zugang zu ermöglichen, hat es den Markt angespannter, unsicherer und kleiner gemacht.

Obwohl das Gesetz ursprünglich den Zugang zu Wohnraum erleichtern und die Preise eindämmen sollte, hat es in der Praxis zu rechtlicher Unsicherheit bei Eigentümern geführt. Viele haben ihre Wohnungen vom Markt genommen, sie anderweitig genutzt oder informelle Vereinbarungen mit Mietern getroffen. Das Ergebnis: Die Mieten sind nicht gesunken, sondern steigen in vielen Regionen weiter stark an.

Die Experten halten die Mietpreisbegrenzung für kontraproduktiv: „Wenn Preise reguliert werden, ohne das Angebot zu erhöhen, führt das unweigerlich zu einer Marktverknappung und zum Ausschluss der verletzlichsten Mieter.“

Beim Kaufmarkt zeigt sich das Segment hingegen widerstandsfähig. Nach einer Anpassungsphase sorgen die Zinssenkungen und die Attraktivität Spaniens für internationale Käufer für eine stabile Nachfrage. Die Preise steigen weiter – sowohl bei Neubauten als auch im Bestand –, getrieben durch Angebotsknappheit, ausländische Nachfrage und gestiegene Baukosten.

Für das letzte Quartal 2025 wird ein sehr dynamischer Markt erwartet, mit Preissteigerungen vor allem in Metropolen und Küstenregionen. Der Mietmarkt bleibt dagegen angespannt, vielerorts mit zweistelligen Zuwachsraten. Für 2026 prognostizieren die Experten eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, wenn auch moderater – solange das strukturelle Defizit an Wohnungen nicht behoben wird.

Als Lösungen schlagen sie unter anderem eine Beschleunigung der Bau- und Genehmigungsverfahren, die Freigabe von Bauland, die Förderung von Sanierungen und Umnutzungen sowie eine verstärkte öffentlich-private Zusammenarbeit vor. Auch steuerliche Entlastungen und mehr Rechtssicherheit für Vermieter seien entscheidend, damit mehr Wohnungen auf den Markt zurückkehren.

Der Immobiliensektor, der mehr als 10 % des spanischen BIP ausmacht, sei nach wie vor nicht einheitlich reguliert. Daher fordern die Experten ein verpflichtendes Register für Immobilienmakler, das Professionalität, Transparenz und Verbraucherschutz gewährleistet.

Zudem treibe die Digitalisierung den Wandel bereits voran: Big Data, elektronische Signaturen und Virtual-Reality-Besichtigungen seien Alltag in den Agenturen. Künstliche Intelligenz revolutioniere die Immobilienbewertung, die Kundengewinnung und die Personalisierung von Dienstleistungen.

Schließlich verweisen die Experten auf neue Wohnformen wie Coliving oder Flex Living, die besonders bei jungen Menschen, Berufstätigen und digitalen Nomaden gefragt sind. Auch beim Ferienwohnungsmarkt sei eine klare und einheitliche Regulierung nötig: Er schaffe Wohlstand und Arbeitsplätze, müsse aber mit dem regulären Wohnungsmarkt in Balance gebracht werden – mit klaren Regeln und Transparenz.


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