Wenn in Spanien über Wohnraum gesprochen wird, beginnt die Debatte oft am falschen Punkt: mit der Suche nach Schuldigen. In diesem Zusammenhang sind Eigentümer zunehmend zur idealen Zielscheibe geworden – leicht zu benennen, politisch verwertbar, emotional aufladbar. Das Problem ist nur: Das bringt keine Lösung.
von Elsa Ibanez
Die Dämonisierung von Eigentümern hilft niemandem. Im Gegenteil: Sie schafft Spannungen, verunsichert den Markt und führt zu Blockaden. Ein Wohnungsmarkt, der von Misstrauen geprägt ist, funktioniert nicht. Wenn Vermieten als Risiko wahrgenommen wird, kommen Wohnungen nicht auf den Markt. Und wenn das Angebot sinkt, steigen die Preise. Das ist keine Ideologie, sondern einfache Logik.
Auch staatliche Markteingriffe ohne gleichzeitige Ausweitung des Angebots führen nicht zum Ziel. Mietendeckel, Preisbegrenzungen oder zusätzliche Auflagen mögen gut gemeint sein, sie schaffen aber keinen neuen Wohnraum. Ohne Neubau entsteht keine Entlastung, sondern Knappheit – eine Erfahrung, die sich international immer wieder bestätigt.
Der Kern des Problems liegt woanders: Es fehlen Wohnungen dort, wo Menschen leben und arbeiten. Nicht landesweit betrachtet, sondern konkret in Städten, Ballungsräumen und stark nachgefragten Regionen. Darauf gibt es nur eine realistische Antwort: bauen.
Mehr Wohnraum zu schaffen – öffentlich wie privat – ist keine ideologische Entscheidung, sondern eine strukturelle Notwendigkeit. Dazu gehören schnellere Genehmigungsverfahren, die Bereitstellung von Bauland und eine ernsthafte öffentlich-private Zusammenarbeit. Neubau braucht Zeit, ja. Aber Nichtstun kostet die Gesellschaft langfristig deutlich mehr.
Ebenso zentral ist Rechtssicherheit. Ohne klare, verlässliche Regeln entsteht weder Vertrauen bei Eigentümern noch Stabilität für Mieter. Der Schutz vulnerabler Gruppen ist wichtig, doch Eigentümer zu sozialen Risikoträgern zu machen, vertreibt Wohnraum aus dem Markt. Angst schafft keine Wohnungen.
Auch die Konfrontation zwischen Mietern und Eigentümern führt in eine Sackgasse. Beide sind Teil desselben Systems – und beide verlieren, wenn es nicht funktioniert. Mieter verlieren Sicherheit und Zugang, Eigentümer Vertrauen und Bereitschaft zu vermieten.
Die Lösung liegt nicht in ideologischen Fronten, sondern in klar ausgerichteten Anreizen: Vermieten darf kein Risiko sein. Mieten muss planbar bleiben. Bauen muss wieder möglich werden. Öffentlicher Wohnungsbau sollte den Markt ergänzen, nicht ersetzen.
Wohnraum folgt keinen politischen Parolen. Er folgt Angebot, Vertrauen und sozialer Realität. Und solange nicht anerkannt wird, dass gebaut werden muss und Schuldzuweisungen niemandem helfen, wird sich an der Lage nichts ändern – außer zum Schlechteren.

Das ist wie beim Straßenverkehr : Je mehr Autos auf der Straße sind (und das ist in Spanien ja massiv der Fall seit 10 – 20 Jahren) desto massiver sind die Kontrollen und die Regeln. Was im Straßenverkehr gilt wird auch beim Immobilienmarkt gelten. Die Masse an Wohnungen die nur für 6-8 Wochen im Jahr genutzt wird und die „unter der Hand“ Ferien-Vermietung stellen eben ein großes Problem dar. Wir haben vor einigen Jahren mal angeregt auf einer Veranstaltung in Palma, daß mit der GrundSteuererklärung zur Wohnung auch der Jahresverbrauch/Monatsangaben der Stromrechnung mit einzureichen ist. Da läßt sich einiges rekonstruieren und „nachfragen“ ….. es gäbe viele einfache Möglichkeiten gerade in den Touristenzonen zu kontrollieren ohne einen „Polizeistaat“ zu aktivieren. Die heutige Technologie und Datenerfassung schafft das.