Lalín, April 2025 – In der galicischen Stadt Lalín sorgt eine Bitte der muslimischen Gemeinde für Diskussionen. Sie hatte angeregt, Schweinefleisch aus den Schulmenüs zu streichen – aus religiösen Gründen. Der Bürgermeister lehnt dies strikt ab.
José Crespo, Bürgermeister von Lalín, erklärte öffentlich, dass Schweinefleisch ein zentraler Bestandteil der lokalen Identität sei. „Ich würde mir wünschen, dass Schweinefleisch in den Schulmenüs eher noch häufiger vorkommt – schließlich sind wir in Lalín“, so Crespo.
Er verwies auf die Bedeutung der Feira do Cocido, ein traditionelles Fest rund um Schweinefleisch, das seit 1969 gefeiert wird. Crespo betonte zudem, dass religiöse Überzeugungen nicht die lokalen Bräuche verändern sollten.„Man kann nicht verlangen, dass wir unsere Lebensweise ändern“, sagte er.
Die Schulverpflegung fällt nicht in die Zuständigkeit der Stadt, sondern unterliegt der Regionalregierung und den Schulen selbst. Dennoch wird der Vorfall landesweit diskutiert.
Kein Einzelfall in Spanien
Ähnliche Debatten gab es bereits in anderen Regionen Spaniens:
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Ripoll (Katalonien, 2024): Die dortige Bürgermeisterin forderte, halal-konforme Schulmenüs abzuschaffen. Sie begründete dies mit tierschutzrechtlichen Bedenken und löste damit landesweite Proteste aus.
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Hervás (Extremadura, 2016) und Almogía (Andalusien, 2020): In beiden Fällen kursierten Falschmeldungen, laut denen muslimische Eltern angeblich den Verzicht auf Schweinefleisch gefordert hätten. Die betroffenen Gemeinden wiesen diese Berichte als unbegründet zurück.
Zwischen Vielfalt und Tradition
In vielen Fällen zeigt sich, dass der Streit um Schweinefleisch weniger mit konkreten Forderungen zu tun hat, sondern häufig Teil einer größeren gesellschaftlichen Auseinandersetzung ist – um Identität, Integration und kulturelles Zusammenleben.
Einige sehen in alternativen Schulmenüs – ohne Schweinefleisch, aber auch vegetarisch oder glutenfrei – eine Möglichkeit, Rücksicht zu nehmen. Andere betrachten solche Forderungen als Angriff auf lokale Bräuche.
Die zentrale Frage bleibt: Wie kann eine vielfältige Gesellschaft ihre kulturellen Traditionen bewahren und gleichzeitig religiöse und kulturelle Unterschiede respektieren?
Der Fall Lalín zeigt: Diese Diskussion wird Spanien noch länger begleiten.

Für mich gäbe es keine Diskussion. Wer in ein anderes Land kommt, hat sich den dortigen Bräuchen anzupassen. Wer das nicht mag, ist im falschen Land.