25 de Juni de 2025
Lesezeit 1 Minute

Immer mehr spanische Städte sagen exzessiven Junggesellenabschieden den Kampf an

Bußgelder bis zu 1.500 Euro für obszöne Kostüme, Lärm und öffentliches Trinkgelage

Redaktion Spanien Press Juni 2025

Kostümierte Gruppen mit Sexpuppen, laute Trinkgelage und obszöne Parolen auf offener Straße: Was früher als ausgelassene Feier galt, ist in vielen spanischen Urlaubsorten zum Problem geworden. Immer mehr Städte und Gemeinden greifen jetzt durch – mit neuen Vorschriften, Bußgeldern von bis zu 1.500 Euro und einem klaren Signal: Tourismus ja, aber nicht auf Kosten der öffentlichen Ordnung.

Es begann im Süden

Den Anfang an der Mittelmeerküste machten Orte wie Platja d’Aro, Lloret de Mar und Tossa de Mar, wo seit 2024 das öffentliche Tragen von sexualisierten Verkleidungen, aufblasbaren Puppen oder anstößigen Accessoires streng untersagt ist. Die Strafen reichen hier von 750 bis 1.500 Euro, je nach Schwere des Verstoßes.

Doch die eigentlichen Pioniere waren die andalusischen Städte Sevilla und Málaga, die bereits früher Ordnungsmaßnahmen gegen exzessive Junggesellenfeiern eingeführt hatten. Dort galten schon seit Jahren Bußgelder von bis zu 750 Euro, insbesondere bei Belästigung von Anwohnern, Lärmbelästigung oder dem Tragen obszöner Requisiten.

Immer mehr Städte folgen dem Beispiel

Inzwischen hat sich der Trend weit über Andalusien und Katalonien hinaus ausgeweitet. Auch Städte wie Granada, León, Logroño und Salamanca haben ähnliche Maßnahmen eingeführt oder angekündigt. Besonders in Altstadtvierteln und beliebten Ausgehzonen geht es dabei um den Schutz der Nachtruhe, der städtischen Infrastruktur und des öffentlichen Anstands.

In Valencia, Palma de Mallorca oder Cádiz diskutieren die Kommunalverwaltungen derzeit über vergleichbare Regelungen – oder wenden bereits jetzt Strafen an für lautes Verhalten, öffentliche Trunkenheit oder das Tragen entwürdigender Kostüme.

Keine generellen Verbote – aber klare Regeln

Wichtig: Die Junggesellenfeier als solche wird nicht verboten. Ziel ist es, exzessives Verhalten im öffentlichen Raum zu unterbinden, ohne dabei die persönliche Freiheit einzuschränken. Vor allem das Wohl der Anwohner und die Erhaltung eines positiven Stadtbildes stehen im Mittelpunkt.

Die Maßnahmen zielen daher besonders auf Verhaltensweisen ab, die andere verletzen oder den öffentlichen Raum zweckentfremden: etwa durch übermäßigen Lärm, sexuelle Anspielungen oder respektlose Interaktionen mit Dritten.

Positive Reaktionen aus der Bevölkerung

In vielen betroffenen Gemeinden werden die neuen Regeln begrüßt – nicht nur von Anwohnern, sondern auch von Unternehmen. Gastronomen und Hoteliers betonen, dass ein respektvoller, qualitativ hochwertiger Tourismus langfristig für alle besser ist.

Städte wie Benidorm, Torremolinos oder Salou prüfen bereits eigene Maßnahmen für die Sommersaison 2025. Die Zeichen stehen auf Wandel – hin zu einem Tourismus, der Spaß ermöglicht, aber klare Grenzen wahrt.



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