Spaniens günstigste Immobilienorte: Wo Häuser noch weniger als 400 Euro pro Quadratmeter kosten
Während die Immobilienpreise in vielen Teilen Spaniens immer neue Höchststände erreichen, gibt es weiterhin Regionen, in denen Wohneigentum überraschend erschwinglich bleibt. Vor allem im Landesinneren liegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in einigen Gemeinden noch unter 400 Euro – ein deutlicher Gegensatz zu den begehrten Küstenregionen, Großstädten und Inseln.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Der spanische Immobilienmarkt bleibt auch 2026 stark in Bewegung. In Metropolen wie Madrid und Barcelona, an der Costa del Sol sowie auf Mallorca und Ibiza steigen die Kaufpreise seit Jahren kontinuierlich. Die Nachfrage ist hoch, das Angebot vielerorts begrenzt, und internationale Käufer tragen zusätzlich zur Dynamik bei.
Doch Spanien ist kein einheitlicher Immobilienmarkt. Abseits der bekannten Ferienregionen zeigt sich ein völlig anderes Bild. In kleineren Orten im Landesinneren lassen sich Häuser und Wohnungen noch zu Preisen erwerben, die in touristischen Hotspots kaum vorstellbar wären.
Vor allem Gemeinden fernab der Küste haben bislang nur wenig vom Immobilienboom profitiert. Bevölkerungsrückgang, geringe Nachfrage und ein großes Angebot älterer Immobilien sorgen dort dafür, dass die Kaufpreise vergleichsweise niedrig bleiben.
Andalusien überrascht mit einem der niedrigsten Quadratmeterpreise Spaniens
Besonders auffällig ist die Situation in Andalusien. Während die Costa del Sol zu den teuersten Immobilienmärkten des Landes zählt, finden sich im Landesinneren der Region weiterhin extrem günstige Standorte.
Ein Beispiel ist Fuente Obejuna in der Provinz Córdoba. Dort werden Immobilien derzeit im Durchschnitt für rund 369 Euro pro Quadratmeter angeboten. Damit gehört die Gemeinde zu den preiswertesten Immobilienstandorten Spaniens.
Der Kontrast innerhalb Andalusiens könnte kaum größer sein: Während Käufer in Marbella, Málaga oder anderen begehrten Küstenorten häufig mehrere Tausend Euro pro Quadratmeter zahlen müssen, liegen die Preise in Teilen des andalusischen Hinterlands nur bei einem Bruchteil davon.
Auch andere Regionen bieten günstige Immobilien
Die günstigsten Kaufgelegenheiten beschränken sich jedoch nicht nur auf Andalusien. Auch in anderen Teilen Spaniens finden Interessenten Orte mit außergewöhnlich niedrigen Quadratmeterpreisen.
In Pedro Muñoz in Castilla-La Mancha liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei etwa 377 Euro. In Bembibre in Kastilien-León werden rund 441 Euro pro Quadratmeter fällig. Vilamarín in Galicien kommt auf etwa 450 Euro pro Quadratmeter.
Auch die Extremadura bleibt eine der erschwinglicheren Regionen Spaniens. In Arroyo de la Luz liegt der Durchschnittspreis bei rund 471 Euro pro Quadratmeter. In Abarán in der Region Murcia werden etwa 534 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Utiel in der Region Valencia zählt mit durchschnittlich rund 640 Euro pro Quadratmeter ebenfalls zu den preiswerteren Standorten.
Selbst in Regionen, die allgemein als teuer gelten, gibt es noch vergleichsweise bezahlbare Gemeinden. In Chinchón in der Region Madrid liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei rund 1.357 Euro. Auf Gran Canaria zählt Santa María de Guía mit etwa 1.450 Euro pro Quadratmeter zu den günstigeren Immobilienstandorten der Kanarischen Inseln.
Diese Preise liegen zwar deutlich über den billigsten Gemeinden im Landesinneren, bleiben aber im Vergleich zu den begehrtesten Lagen ihrer jeweiligen Regionen noch moderat.
Küstenregionen bleiben deutlich teurer
Ein völlig anderes Preisniveau herrscht weiterhin in Spaniens klassischen Ferien- und Auswandererregionen. Besonders an der Costa del Sol, auf den Balearen, an der Mittelmeerküste und in exklusiven Küstenorten erreichen die Quadratmeterpreise häufig mehrere Tausend Euro.
Der Unterschied zwischen den teuersten und günstigsten Standorten Spaniens ist damit enorm. Je nach Lage können Käufer im Landesinneren für dasselbe Budget ein Vielfaches an Wohnfläche erwerben.
Während in beliebten Küstenregionen oft schon kleine Wohnungen hohe sechsstellige Beträge kosten, sind in manchen ländlichen Gemeinden größere Häuser zu deutlich niedrigeren Einstiegspreisen erhältlich.
Warum bleiben die Preise dort so niedrig?
Die niedrigen Immobilienpreise haben mehrere Ursachen. Viele der betroffenen Gemeinden kämpfen seit Jahren mit einer alternden Bevölkerung und sinkenden Einwohnerzahlen. Junge Menschen ziehen häufig in größere Städte, an die Küste oder in wirtschaftlich stärkere Regionen, um Arbeit, Ausbildung und bessere Perspektiven zu finden.
Dadurch bleibt die Nachfrage nach Wohnraum in vielen dieser Orte begrenzt. Gleichzeitig gibt es häufig ein großes Angebot älterer Häuser, die nicht immer dem heutigen Wohnstandard entsprechen.
Viele Immobilien müssen modernisiert, energetisch verbessert oder komplett saniert werden. Für Käufer kann das eine Chance sein, günstig einzusteigen. Gleichzeitig sollten Renovierungs- und Instandhaltungskosten realistisch einkalkuliert werden.
Ein niedriger Kaufpreis bedeutet also nicht automatisch ein günstiges Gesamtprojekt. Besonders ausländische Käufer sollten vor dem Kauf genau prüfen, in welchem Zustand sich Dach, Elektrik, Wasserleitungen, Heizung, Dämmung und Bausubstanz befinden.
Interessant für Auswanderer, Ruheständler und Remote Worker
Trotz dieser Herausforderungen können viele dieser Regionen für Auswanderer, Ruheständler und Menschen mit flexiblem Arbeitsmodell interessant sein. Wer nicht direkt am Meer wohnen muss und stattdessen Ruhe, Platz, Natur und ein authentischeres Dorfleben sucht, findet im spanischen Landesinneren oft ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für denselben Betrag, der an der Küste lediglich für eine kleine Wohnung reicht, lässt sich in manchen Gemeinden im Inland ein Haus mit größerer Wohnfläche, Garten oder Grundstück erwerben.
Auch das Arbeiten im Homeoffice hat einige dieser Orte attraktiver gemacht. Wer beruflich nicht mehr täglich in eine Großstadt pendeln muss, kann Standorte in Betracht ziehen, die früher weniger realistisch gewesen wären.
Entscheidend bleibt jedoch die Infrastruktur. Vor einem Kauf sollten Interessenten genau prüfen, wie gut die medizinische Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsanbindungen, Internetverfügbarkeit und die Entfernung zu Flughäfen oder größeren Städten sind.
Zwei Immobilienmärkte in einem Land
Der spanische Immobilienmarkt entwickelt sich zunehmend in zwei verschiedene Richtungen. In Großstädten, beliebten Küstenregionen und touristischen Hotspots treiben hohe Nachfrage, begrenztes Angebot und internationale Käufer die Preise weiter nach oben.
Gleichzeitig bleiben viele Gemeinden im Landesinneren vergleichsweise erschwinglich. Dort ist die Nachfrage geringer, die Bevölkerung älter und das Angebot an renovierungsbedürftigen Immobilien größer.
Für Kaufinteressenten bedeutet das: Wer Spanien nur über Mallorca, Marbella, Málaga, Barcelona oder Madrid betrachtet, übersieht einen großen Teil des Marktes.
Wer bei der Lage flexibel ist, nicht zwingend Strandnähe sucht und mögliche Modernisierungskosten einplant, kann auch 2026 noch Immobilien zu Preisen finden, die in vielen anderen Teilen Spaniens längst verschwunden sind.
