Die Karwoche hat in weiten Teilen Andalusiens unter grauem Himmel und Regenschauern begonnen – doch weder das Wetter noch abgesagte Prozessionen haben die Besucherströme gebremst. Städte wie Sevilla, Málaga und Jaén melden eine Hotelauslastung von fast 90 %, was die ungebrochene Anziehungskraft dieser tief verwurzelten Tradition unterstreicht.
Trotz wetterbedingter Einschränkungen bleiben die Straßen belebt. Zwischen Regenschirmen, Trommeln und Saetas erleben Einheimische und Touristen gemeinsam eine Atmosphäre voller Andacht und Emotion – der Geist der Semana Santa bleibt auch im Regen spürbar.
Immer mehr gewinnt der sogenannte „cofrade“-Tourismus an Bedeutung. Während sich Reisende früher vor allem an die andalusische Küste begaben, um Sonne und Strand zu genießen, zieht es heute viele gezielt zu den religiösen Umzügen. Manche planen ihre Reise ganz um die Semana Santa herum, andere verbinden die feierliche Stimmung in den Städten mit entspannten Tagen am Meer.
Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in Málaga, wo sich Küste und Tradition harmonisch verbinden, oder in Jaén, das zunehmend für authentische, stille Spiritualität geschätzt wird. Und Sevilla bleibt – trotz Regen – das unbestrittene Herz dieser Woche, mit vollen Hotels, belebten Plätzen und einer Stadt, die im Takt der Trommeln atmet.
Tourismusvertreter begrüßen diesen Wandel: Die Semana Santa wird nicht nur als kulturelles Erbe gefeiert, sondern auch als wirtschaftlicher Motor für die Region – und als ein Erlebnis, das bleibt, auch wenn die Sonne einmal hinter Wolken verschwindet.
