27. August 2026
Lesezeit 3 Minuten

Renfe verstärkt den Nahverkehr in Málaga ab 2028 mit sieben Hochkapazitätszügen

Mehr Platz für Málaga: Ab 2028 sollen sieben neue Renfe-Hochkapazitätszüge die C-1 zwischen Málaga und Fuengirola verstärken. Die neuen Züge können jeweils bis zu rund 900 Fahrgäste befördern (Credit: Marcelo/Unsplash)

Renfe bereitet eine deutliche Verstärkung des Cercanías-Nahverkehrs in Málaga vor. Ab 2028 sollen sieben neue Züge mit besonders hoher Kapazität auf der Linie C-1 zwischen Málaga und Fuengirola eingesetzt werden. Die neuen Fahrzeuge sollen vor allem die chronische Überlastung auf einer der wichtigsten Bahnverbindungen der Costa del Sol entschärfen. 

Redaktion Spanien Press

von Marlon Gallego Bosbach

Die neuen Züge der Baureihe S452 von Alstom können bis zu 900 Fahrgäste befördern und sollen vor allem auf der C-1 zwischen Málaga und Fuengirola eingesetzt werden. Die Investition für die sieben Züge beträgt 66,7 Millionen Euro.

Der Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund einer stark gestiegenen Nachfrage. Das Cercanías-Netz von Málaga verzeichnete 2025 mehr als 15,5 Millionen Fahrgäste. Besonders stark belastet ist die C-1, die Málaga mit dem Flughafen sowie Torremolinos, Benalmádena und Fuengirola verbindet.

Bis zu 900 Fahrgäste pro Zug

Bei den neuen Fahrzeugen handelt es sich um Züge der Baureihe S452, die vom französischen Hersteller Alstom produziert werden. Die Einheiten sind rund 100 Meter lang und verfügen über sechs Wagen. Jeder Zug bietet etwa 245 Sitzplätze und kann insgesamt bis zu rund 900 Fahrgäste aufnehmen. Je nach Ausstattung wird die maximale Kapazität mit bis zu 927 Personen angegeben.

Um möglichst viele Passagiere unterzubringen, kombinieren die Züge vier Wagen mit Niederflurbereichen mit zwei Doppelstockwagen. Dadurch lässt sich die Kapazität deutlich erhöhen, ohne die Zuglänge entsprechend vergrößern zu müssen.

Die neuen Fahrzeuge sind damit vor allem auf eines ausgelegt: mehr Menschen pro Fahrt zu transportieren.

Die C-1 ist bereits stark ausgelastet

Die Verbindung zwischen Málaga und Fuengirola ist eine der wichtigsten öffentlichen Verkehrsachsen der Provinz. Die rund 32 Kilometer lange Strecke führt vom Zentrum Málagas über den Flughafen entlang der dicht besiedelten und touristisch stark frequentierten Costa del Sol.

Derzeit verkehren die Züge der C-1 grundsätzlich etwa alle 20 Minuten. Eine weitere deutliche Verkürzung der Abstände ist allerdings nicht ohne Weiteres möglich. Der Grund liegt in der Infrastruktur. Auf Teilen der Strecke gibt es weiterhin nur ein Gleis, wodurch die Zahl der Züge, die gleichzeitig verkehren können, begrenzt wird.

In den Hauptverkehrszeiten führt die hohe Nachfrage bereits heute zu erheblichen Überlastungen. Berichten zufolge können die Züge dabei Auslastungen von bis zu etwa 150 Prozent der vorhandenen Sitzplatzkapazität erreichen. Renfe setzt deshalb zunächst auf größere Züge statt ausschließlich auf zusätzliche Fahrten.

Mehr Kapazität ohne automatisch mehr Verbindungen

Für die Fahrgäste bedeutet die Anschaffung der sieben S452 vor allem eines: mehr Platz in den einzelnen Zügen. Die Maßnahme bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die C-1 künftig beispielsweise alle zehn oder 15 Minuten fahren wird. Solange die Infrastruktur nicht entsprechend ausgebaut wird, bleiben der Zahl der möglichen Zugfahrten Grenzen gesetzt.

Mit den neuen Hochkapazitätszügen kann Renfe jedoch deutlich mehr Menschen mit jeder einzelnen Fahrt transportieren. Gerade für die stark frequentierte Verbindung zwischen Málaga, dem Flughafen und den Gemeinden der westlichen Costa del Sol könnte dies eine spürbare Entlastung bringen.

Neuer Wartungsbetrieb für rund 40 Millionen Euro

Neben den sieben neuen Zügen plant Renfe weitere Investitionen in Málaga. Vorgesehen ist der Bau eines neuen Wartungszentrums für Cercanías-Züge, für das rund 40 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen. Die Bauarbeiten sollen 2027 beginnen. Die neue Anlage soll die Wartungskapazitäten in Málaga erweitern und insbesondere die Infrastruktur für die zusätzliche Flotte bereitstellen.

Damit umfasst das Vorhaben nicht nur die Anschaffung neuer Fahrzeuge, sondern auch den Ausbau der technischen Infrastruktur, die für deren Betrieb notwendig ist.

Verbesserungen an drei Stationen

Auch an den Bahnhöfen der C-1 sind Modernisierungsmaßnahmen vorgesehen. Betroffen sind die Stationen El Pinillo, Los Álamos und La Colina. Für die drei Projekte sind insgesamt 6,81 Millionen Euro eingeplant.

Unter anderem sollen die Zugänge, Bahnsteige und Einrichtungen verbessert und die Barrierefreiheit erhöht werden. Auch Beleuchtung und weitere Elemente der Bahnhöfe sollen modernisiert werden. Damit soll nicht nur die Kapazität der Züge steigen, sondern auch das Umfeld der stark genutzten Strecke verbessert werden.

Kritik am Zeitplan

Trotz der angekündigten Investitionen sorgt insbesondere der Zeitplan für Diskussionen. Die neuen Züge sollen erst ab 2028 in Málaga zum Einsatz kommen. Angesichts der bereits heute hohen Auslastung fordert die Opposition eine schnellere Lösung.

Die Partido Popular hat deshalb vom spanischen Verkehrsministerium Erklärungen verlangt. Die Partei kritisiert, dass die Nutzer des Cercanías-Netzes angesichts der bestehenden Probleme noch mehrere Jahre auf die neuen Hochkapazitätszüge warten müssen.

Für die Verantwortlichen steht dagegen die schrittweise Erneuerung und Anpassung der Cercanías-Flotte im Mittelpunkt.

Keine vollständige Lösung für die Costa del Sol

Die sieben neuen Züge werden die Beförderungskapazität der C-1 deutlich erhöhen. Das grundlegende Problem des Netzes lösen sie jedoch nicht. Denn die Nachfrage auf der Strecke Málaga–Fuengirola wächst weiter, während die Infrastruktur an mehreren Stellen bereits an ihre Grenzen stößt. Vor allem die eingleisigen Abschnitte erschweren eine deutliche Erhöhung der Zugfrequenz.

Damit bleibt der Ausbau der Bahnstrecke selbst eine der großen Herausforderungen für den öffentlichen Verkehr an der Costa del Sol. Die neuen S452 sind deshalb vor allem eine Kapazitätserweiterung innerhalb der bestehenden Infrastruktur. Sie sollen dafür sorgen, dass deutlich mehr Menschen mit jedem einzelnen Zug fahren können.

Ab 2028 könnte sich die Situation für die Fahrgäste der C-1 damit spürbar verbessern. Ob die zusätzliche Kapazität langfristig ausreicht, hängt allerdings davon ab, wie stark die Nachfrage in den kommenden Jahren weiter wächst – und ob gleichzeitig auch die Eisenbahninfrastruktur zwischen Málaga und Fuengirola ausgebaut wird.

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