Sevilla wird zum September-Star: Andalusiens Hauptstadt schafft es unter die fünf beliebtesten Reiseziele der Spanier

Sevilla

Noch vor wenigen Jahren spielte Sevilla bei den beliebtesten September-Reisezielen der Spanier nur eine Nebenrolle. Das hat sich grundlegend geändert. Neue Buchungsdaten zeigen: Die andalusische Metropole gehört 2026 erstmals zu den fünf gefragtesten Zielen – und lässt damit zahlreiche europäische Klassiker hinter sich.

Redaktion Spanien Press

Im Juli und August ist es vielen schlicht zu heiß. Wenn im September die Temperaturen langsam sinken, verändert sich jedoch das Reiseverhalten – und plötzlich rückt eine Stadt ganz nach vorne, die im Hochsommer bei spanischen Urlaubern kaum eine Rolle spielt: Sevilla.

Nach einer aktuellen Auswertung der Free-Tour-Plattform GuruWalk liegt die andalusische Hauptstadt bei den bereits vorgenommenen Buchungen spanischer Reisender für September 2026 auf Platz fünf.

Vor Sevilla liegen lediglich Rom, Budapest, Madrid und Prag. Damit gehört Sevilla zu den großen Gewinnern des beginnenden Spätsommers.

Von Platz 13 in die Spitzengruppe

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

Im September 2023 lag Sevilla noch auf Platz 13 der Auswertung. Ein Jahr später fiel die Stadt sogar auf Rang 16 zurück. 2025 folgte der Sprung auf Platz zehn – und nun geht es direkt in die Top Five.

Innerhalb von drei Jahren hat Sevilla damit acht Plätze gutgemacht. Sollte sich die Entwicklung der bisherigen Reservierungen bestätigen, wäre es das erste Mal seit mindestens vier Jahren, dass die Stadt im September zu den fünf beliebtesten Reisezielen spanischer GuruWalk-Nutzer gehört.

Im Hochsommer meiden viele Spanier Sevilla

Dabei könnte der Unterschied zwischen Hoch- und Spätsommer kaum größer sein.

Im Juli und August 2026 schaffte es Sevilla nicht einmal unter die 20 beliebtesten Ziele spanischer Reisender in der GuruWalk-Auswertung. Stattdessen dominierten internationale Metropolen und klassische Sommerziele.

Mit dem September dreht sich das Bild.

Madrid springt auf Platz drei, Sevilla auf Platz fünf und Toledo erreicht Rang sieben. Gleichzeitig verlieren einige Ziele, die während der heißesten Sommerwochen besonders gefragt waren, deutlich an Boden.

Oporto beispielsweise, im August noch Spitzenreiter, fällt in der September-Prognose auf Platz zehn. Dubrovnik und Lissabon verschwinden sogar aus den Top Ten.

Der Süden wird attraktiv, sobald die große Hitze nachlässt

Hinter dieser Verschiebung steckt ein Muster, das gerade für Andalusien interessant ist.

Während im Juli und August Strand, Küste und kühlere Reiseziele gefragt sind, gewinnen Städte im Landesinneren und im Süden Spaniens an Attraktivität, sobald die extremen Temperaturen nachlassen.

Sevilla ist dafür ein Paradebeispiel.

Die Stadt bietet zwar das ganze Jahr über Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale, den Real Alcázar, die Plaza de España, Triana oder das historische Zentrum. Doch bei Temperaturen von teilweise deutlich über 35 Grad kann eine ausgedehnte Städtereise im Juli oder August anstrengend werden.

Im September verändert sich die Situation. Die Temperaturen werden tendenziell angenehmer, gleichzeitig nimmt der Andrang der klassischen Hochsaison langsam ab.

Genau diese Kombination scheint für immer mehr Reisende interessant zu sein.

September entwickelt sich zur zweiten starken Reisezeit

GuruWalk sieht in den Zahlen zwei unterschiedliche Typen spanischer Sommerurlauber: Während ein Teil im Juli und August vor allem Küstenziele bevorzugt, wartet ein anderer bewusst auf das Ende der heißesten Wochen, um Städte im Landesinneren und im Süden zu besuchen.

Für Sevilla könnte diese Entwicklung wirtschaftlich zunehmend relevant werden.

Bereits im September 2025 kamen 116.842 spanische Besucher in die Stadt. Das waren 17,7 Prozent mehr als noch im August und gut sechs Prozent mehr als im September des Vorjahres, wie Daten des städtischen Tourismusorganismus Sevilla City Office zeigen.

Besonders viele spanische Besucher kamen aus Andalusien selbst, gefolgt von Madrid und Katalonien.

Sevilla profitiert von einem veränderten Reiseverhalten

Die aktuellen Zahlen zeigen damit mehr als nur einen kurzfristigen Erfolg in einem Ranking.

Sie deuten darauf hin, dass sich die klassische Reisesaison für Städte wie Sevilla zunehmend verschiebt. Während die extrem heißen Sommermonate für klassische Städtereisen weniger attraktiv sind, könnten September und möglicherweise auch die folgenden Herbstmonate weiter an Bedeutung gewinnen.

Für eine Stadt, deren Wirtschaft stark vom Tourismus geprägt ist, wäre das eine wichtige Entwicklung: Besucherströme würden sich stärker über das Jahr verteilen, statt sich ausschließlich auf die traditionellen Spitzenzeiten zu konzentrieren.

Und Sevilla scheint davon besonders zu profitieren.

Von Platz 13 im Jahr 2023 auf Platz fünf im Jahr 2026 – innerhalb von nur drei Jahren hat sich die andalusische Hauptstadt zu einem der großen Gewinner unter den September-Reisezielen der Spanier entwickelt.

Der Hochsommer mag Sevilla zu heiß sein. Doch sobald der September kommt, beginnt für die Stadt offenbar eine ganz eigene Hochsaison.

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