Die Regierung schließt keine Hypothese aus und bittet um Zeit, um die Ursachen aufzuklären
29. April 2025
Zwei Tage nach dem landesweiten Stromausfall in Spanien ist die Ursache des Vorfalls weiterhin ungeklärt. Regierungschef Pedro Sánchez räumte am Dienstag ein, dass „bis heute niemand genau sagen kann, was passiert ist“. Er betonte, dass keine der möglichen Erklärungen ausgeschlossen werde – weder ein Cyberangriff noch ein technischer Defekt oder extreme Wetterphänomene.
Der Netzbetreiber Red Eléctrica de España (REE), an dem der Staat zu 20 % beteiligt ist, hat bislang keine Hinweise auf einen externen Angriff festgestellt. Dennoch bleibt die Regierung vorsichtig. Sánchez erklärte, es gebe noch keine belastbaren Ergebnisse und man brauche Zeit für eine gründliche Analyse: „Ich schließe nichts aus und deute auf niemanden“, sagte er in Bezug auf die Einschätzung von REE.
Nach der Sitzung des Ministerrats kündigte der Präsident die Einrichtung einer Sonderkommission an, die gemeinsam mit dem Nationalen Institut für Cybersicherheit (INCIBE), dem Kryptologischen Zentrum Spaniens und weiteren Fachbehörden die Hintergründe untersuchen soll. Auch die Europäische Kommission wurde um einen unabhängigen Bericht gebeten, um das Geschehen besser einordnen zu können.
Zwar wurden zwei Netzunterbrechungen im Südwesten Spaniens festgestellt, doch was diese ausgelöst hat, ist bislang völlig unklar. Die Regierung hält weiterhin an den Notfallprotokollen fest und hat die strategischen Ölreserven für drei Tage freigegeben, um die Stromversorgung abzusichern. Einige autonome Regionen, die vorübergehend um zentrale Unterstützung gebeten hatten, übernehmen nun wieder selbst die Kontrolle.
Sánchez wies zudem die Vorwürfe der Opposition zurück, insbesondere jene aus den Reihen der konservativen Partido Popular, die den Ausfall mit fehlender Atomenergie in Verbindung gebracht hatte. „Zum Zeitpunkt des Blackouts war die Nachfrage niedrig und die Erzeugungskapazität hoch. Wer etwas anderes behauptet, lügt oder versteht das System nicht“, sagte er scharf.
Während die Untersuchungen weiterlaufen, setzt die Regierung auf Transparenz, Vorsicht und Gründlichkeit. „Wir werden der Sache auf den Grund gehen, notwendige Reformen einleiten und, falls nötig, Verantwortung einfordern“, so Sánchez abschließend.
