29 de Mai de 2025
Lesezeit 1 Minute

Spanien will Wölfe in Nationalparks wieder ansiedeln, um die Überpopulation von Hirschen und Wildschweinen zu bekämpfen

Credit Philipp Pilz (Unsplash)

Der Plan der spanischen Regierung stößt auf Widerstand in den Regionen – und fällt mit einer Lockerung des Wolfsschutzes durch die EU zusammen

Spanien denkt laut über eine Rückkehr des Wolfs nach – nicht aus romantischen Naturschutzgründen, sondern aus ökologischer Notwendigkeit. In mehreren Nationalparks wie Cabañeros (Kastilien-La Mancha) und Monfragüe (Extremadura) haben sich Wildtiere wie Hirsche und Wildschweine seit dem Jagdverbot von 2020 stark vermehrt. Die Folge: massive Schäden an Flora, Böden und empfindlichen Lebensräumen.

Um dieses Ungleichgewicht zu korrigieren, erwägt die spanische Zentralregierung nun die kontrollierte Wiederansiedlung des Iberischen Wolfs als natürlichen Regulator. Die Maßnahme wurde kürzlich bei einem Treffen mit Regionalvertretern diskutiert – und sorgte prompt für heftige Kritik, insbesondere aus Extremadura.

„Eine so tiefgreifende Entscheidung darf nicht überstürzt getroffen werden. Es braucht ein Gleichgewicht zwischen Naturschutz und landwirtschaftlicher Nutzung“, sagte Germán Puebla, Generaldirektor für Nachhaltigkeit der Region, und wies auf mögliche Konflikte mit der Viehhaltung hin.

Die Debatte fällt in eine Phase des Umdenkens auf europäischer Ebene: Das EU-Parlament hat Ende April beschlossen, den Schutzstatus des Wolfs zu senken. Nach jahrzehntelangem Schutz ist die Population europaweit auf über 20.000 Tiere angewachsen. Künftig dürfen Mitgliedstaaten die Art flexibler managen, einschließlich begrenzter Bejagung.

„Die Erfolge beim Schutz des Wolfs sind unbestritten – aber nun geht es darum, auch die Interessen der Viehhalter ernst zu nehmen“, erklärte der Südtiroler Europaabgeordnete Herbert Dorfmann (EVP).

In Parks wie Cabañeros zeigt sich das Ausmaß der Krise deutlich. Laut der Vereinigung der Betroffenen des Nationalparks sei die Zahl der Huftiere in nur drei Jahren um 250 % gestiegen – mit dramatischen Folgen: Überweidung, Verlust der Vegetationsdecke, zunehmende Erosion und die Zerstörung ökologisch sensibler Zonen.

Während Umweltgruppen die Rückkehr des Wolfs als logischen Schritt feiern, fürchten ländliche Regionen Konflikte mit der extensiven Weidewirtschaft. Zwischen Naturschutz, traditioneller Nutzung und europäischer Regulierung entsteht ein Spannungsfeld, das viele Länder betrifft – aber in Spanien besonders greifbar wird.

Eine Antwort hinterlassen

Your email address will not be published.

Spanien Press
Vorherige Geschichte

Tradition im Wandel: Neue Spitzenreiter bei Spaniens Babynamen

Nächste Geschichte

Spanien auf Platz 2 der EU bei Kinderarmut und Ausgrenzung

Neues von Blog

Eilmeldung: Spanien entsendet modernste Fregatte nach Zypern

Spanien verstärkt seine militärische Präsenz im östlichen Mittelmeer. Das Verteidigungsministerium hat am Donnerstag angekündigt, die Fregatte Cristóbal Colón nach Zypern zu entsenden. Das Schiff wird gemeinsam mit dem französischen Flugzeugträger Charles de…
error: Der Inhalt ist geschützt !!
Gehe zuTop