Die Szene wirkte harmlos: strahlende Sonne, klarer Himmel und ein Meer, das ruhig glitzerte. Eine perfekte Urlaubslandschaft – und genau dieser Eindruck verleitete mehrere Besucher dazu, eine gefährliche Entscheidung zu treffen. Die Naturpools von Isla Cangrejo in Los Gigantes (Teneriffa) waren offiziell gesperrt, mit Absperrungen und Warnschildern in mehreren Sprachen. Dennoch betraten viele Touristen den Bereich. Das Ergebnis: vier Todesopfer und mindestens eine vermisste Person
Redaktion Spanien Press
Deutlich ausgeschildert – trotzdem ignoriert
Bereits seit Freitag war der Zugang abgesperrt und mit einem offiziellen Verbot versehen, ausgelöst durch eine amtliche Warnung vor starkem Wellengang. Die Hinweisschilder waren klar formuliert. Dennoch gelangten rund zwanzig Personen über die Absperrungen hinweg ins Gelände.
Das schöne Wetter erweckte den falschen Eindruck von Sicherheit. Doch unter der Oberfläche baute sich ein gefährliches Wellensystem auf – typisch für diese Küstenregion, besonders bei „mar de fondo“, einem tiefliegenden, kaum sichtbaren Seegang.
Die Welle, die alles veränderte
Kurz nach 16 Uhr traf eine plötzlich auflaufende, kraftvolle Welle die Felsplattform. Menschen wurden binnen Sekunden überrascht und ins Meer gerissen. Einsatzkräfte rückten sofort mit Hubschraubern, Booten und Bergungsteams an. Drei Menschen starben noch am Ort oder während des Rettungseinsatzes, eine vierte Person erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Die Suche nach einem Vermissten läuft weiter.
UNA OLA GIGIGANTE MATÓ A 4 TURISTAS EN CANARIAS: HABÍA ALERTA Y ENTRARON IGUAL
Una ola de varios metros arrasó el domingo la piscina natural del Charco de Isla Cangrejo, en el Acantilado de los Gigantes (Santiago del Teide, Tenerife): murieron cuatro personas ahogadas y buscan a… pic.twitter.com/2bzgsv2YX9
— Clarín (@clarincom) December 8, 2025
Behörden: „Das Verbot war eindeutig“
Der Bürgermeister von Santiago del Teide sprach von einer schweren Verantwortungslosigkeit, da die Sperrung sowohl sichtbar als auch unmissverständlich gewesen sei. Die Absperrung sollte genau die Art von Unfall verhindern, die nun eingetreten ist.
Viele Urlauber unterschätzen die Kraft des Atlantiks – besonders an Naturpools, die bei ruhigem Wetter paradiesisch wirken, sich aber bei starkem Wellengang in Sekunden in eine Gefahrzone verwandeln können.
Ein Weckruf für touristische Küstenregionen
Der Vorfall zeigt, wie dringend Aufklärung und Respekt vor der Natur sind. Teneriffa erlebt jedes Jahr ähnliche Situationen, doch selten mit so dramatischem Ausgang. Die Insel trauert um die Opfer und appelliert an Einheimische wie Besucher, Warnungen ernst zu nehmen, auch wenn der Himmel blau ist.

