Redaktion Spanien Press
Der tragische Fall eines etwa 80-jährigen Deutschen hat in Torremolinos für Bestürzung gesorgt und in den sozialen Netzwerken Empörung ausgelöst. Der Mann schoss sich heute in den Kopf, als er aus seiner Wohnung geräumt werden sollte – einem Zuhause, in dem er mehr als vier Jahrzehnte verbracht hatte.
Rettungskräfte eilten sofort zu der Wohnung, einem zweiten Stock in der Calle Murillo Bracho, in der Nähe des Kulturzentrums Pablo Ruiz Picasso, und brachten den Mann schwer verletzt in ein Krankenhaus in Málaga. Nach Angaben des Notfalldienstes 061 befindet sich der Mann in kritischem Zustand.
Nachbarn berichten, dass der Mann früher Polizist in seiner Heimat gewesen sei. Er lebte seit dem Tod seiner Ehefrau vor einigen Monaten allein, obwohl er drei Kinder hat. „Er war freundlich, aber sehr zurückgezogen. In letzter Zeit wirkte er immer trauriger“, erzählt eine Nachbarin. Finanzielle Probleme hätten ihn in eine ausweglose Lage gebracht – er konnte die monatlichen Zahlungen für seine Wohnung nicht mehr leisten.
Die Nachricht hat in den sozialen Netzwerken eine Welle der Empörung ausgelöst. Hunderte Nutzer fragen: „Wie kann man einen 80-jährigen Mann auf die Straße setzen?“ Viele verurteilen die mangelnde Menschlichkeit eines Systems, das ältere Menschen in existenzielle Not bringt.
Der Fall wirft auch erneut ein Schlaglicht auf die Einsamkeit vieler älterer Ausländer an der Costa del Sol – einer Region, die einst als Paradies für europäische Rentner galt, wo jedoch manche von ihnen ihre letzten Jahre in stiller Verzweiflung und ohne familiäre Unterstützung verbringen.
