Mit den steigenden Temperaturen wächst in Spanien nicht nur die Lust auf Ausflüge in die Natur, sondern auch die Gefahr durch Zecken. Pflegekräfte und Gesundheitsexperten warnen vor einer Zunahme von Zeckenstichen und erinnern daran, dass die kleinen Parasiten verschiedene Krankheiten übertragen können. Besonders während der warmen Monate, wenn viele Menschen wandern, spazieren gehen oder Zeit auf dem Land verbringen, steigt das Risiko eines Kontakts mit den Tieren deutlich.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Zecken gelten in Spanien zunehmend als relevantes Gesundheitsthema. Zwar führt nicht jeder Stich automatisch zu einer Erkrankung, dennoch können bestimmte Arten gefährliche Krankheitserreger übertragen. Gesundheitsorganisationen empfehlen deshalb, Vorsichtsmaßnahmen ernst zu nehmen und nach Aufenthalten in möglichen Zeckengebieten den Körper sorgfältig zu kontrollieren.
Warum die Zahl der Zecken in Spanien zunimmt
Die Ausbreitung von Zecken wird von mehreren Faktoren begünstigt. Experten sehen einen Zusammenhang mit den steigenden Temperaturen, milderen Wintern und Veränderungen in der Umwelt. Durch längere warme Perioden können Zecken länger aktiv bleiben und sich in neuen Gebieten ausbreiten. Auch Veränderungen in der Landschaft sowie eine zunehmende Zahl von Wildtieren spielen eine Rolle, da Tiere wie Rehe oder Wildschweine als natürliche Wirte dienen.
Lange Zeit wurden Zecken vor allem mit ländlichen Regionen, Wäldern und landwirtschaftlichen Gebieten verbunden. Inzwischen weisen Fachleute jedoch darauf hin, dass die Tiere auch in stadtnahen Grünflächen, Parks und Gärten vorkommen können. Das bedeutet, dass nicht nur Wanderer oder Landbewohner betroffen sind, sondern grundsätzlich jeder, der sich im Freien aufhält.
Zeckenstiche bleiben häufig unbemerkt
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Zeckenstiche oft nicht sofort wahrgenommen werden. Die Tiere können sich über längere Zeit an der Haut festsetzen, ohne dass Betroffene den Stich direkt bemerken. Grund dafür ist unter anderem, dass Zecken Stoffe abgeben können, die die Einstichstelle weniger empfindlich machen.
Besonders häufig suchen sich Zecken geschützte und warme Körperstellen. Dazu gehören unter anderem die Kniekehlen, Achselhöhlen, Leistengegend, der Bereich hinter den Ohren oder der Haaransatz. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte deshalb nicht nur die Kleidung, sondern auch die Haut gründlich überprüft werden.
Welche Krankheiten können Zecken übertragen?
Die größte Sorge von Medizinern gilt nicht dem eigentlichen Stich, sondern möglichen Infektionen. Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter bakterielle und virale Erkrankungen.
Zu den bekanntesten Krankheiten zählt die Borreliose (Lyme-Krankheit). Sie kann unter anderem durch eine typische Hautrötung, Müdigkeit, Fieber oder Gelenkbeschwerden auffallen. Wird die Erkrankung früh erkannt, lässt sie sich in vielen Fällen gut behandeln.
Eine weitere Erkrankung, die in Spanien beobachtet wird, ist die Mittelmeer-Fleckfieber-Erkrankung (Fiebre exantemática mediterránea). Darüber hinaus stehen seltenere, aber schwerwiegende Infektionen wie das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber unter besonderer Beobachtung der Gesundheitsbehörden.
Besonders gefährdet sind Menschen in Naturgebieten
Das Risiko eines Zeckenstichs steigt vor allem dort, wo hohe Vegetation, Büsche oder Grasflächen vorhanden sind. Zecken halten sich häufig an Pflanzen auf und gelangen von dort auf vorbeigehende Menschen oder Tiere.
Betroffen sind daher besonders Personen, die regelmäßig in der Natur unterwegs sind, darunter Wanderer, Landwirte, Forstarbeiter oder Menschen mit Haustieren. Doch auch ein Spaziergang durch einen Park oder Garten kann ausreichen, um mit einer Zecke in Kontakt zu kommen.
So können sich Menschen in Spanien schützen
Die wichtigste Maßnahme gegen Zeckenstiche ist die Vorbeugung. Experten empfehlen, bei Aufenthalten in Naturgebieten möglichst lange Kleidung zu tragen und Beine sowie Arme zu bedecken. Helle Kleidung kann helfen, Zecken schneller zu erkennen.
Auch geeignete Schutzmittel gegen Insekten können das Risiko reduzieren. Nach einem Ausflug sollten Kleidung, Schuhe und der gesamte Körper kontrolliert werden. Wer Haustiere besitzt, sollte außerdem beachten, dass Hunde und Katzen Zecken ins Haus bringen können.
Was tun, wenn eine Zecke gestochen hat?
Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst schnell und vorsichtig entfernt werden. Dafür eignen sich spezielle Zeckenzangen oder eine feine Pinzette. Wichtig ist, die Zecke langsam und möglichst nah an der Haut zu entfernen.
Von Hausmitteln wie Öl oder Alkohol raten Experten ab, da diese Methoden die Zecke reizen können. Nach der Entfernung sollte die Einstichstelle über mehrere Tage beobachtet werden. Treten Symptome wie Fieber, ungewöhnliche Hautveränderungen oder starke Beschwerden auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Spanien verstärkt den Blick auf durch Zecken übertragene Krankheiten
Die spanischen Gesundheitsbehörden beschäftigen sich zunehmend mit der Überwachung von Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. Das Gesundheitsministerium hat entsprechende Leitlinien zur Erkennung und Behandlung solcher Erkrankungen veröffentlicht, um eine frühzeitige Diagnose und eine bessere medizinische Versorgung sicherzustellen.
Für Bewohner und Besucher Spaniens bedeutet die Entwicklung jedoch nicht, dass Aufenthalte in der Natur vermieden werden müssen. Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Gerade in den heißen Sommermonaten gilt: Wer nach Ausflügen aufmerksam kontrolliert und mögliche Zecken schnell entfernt, schützt sich wirksam vor möglichen Folgen.
