250 Jahre USA – und ein Kapitel, das oft übersehen wird : SPANIEN

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Spaniens vergessene Rolle bei der Unabhängigkeit der USA

Am 4. Juli 2026 feiern die Vereinigten Staaten den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeitserklärung. Weltweit wird an die Gründung der USA erinnert – an George Washington, Thomas Jefferson und den Kampf der dreizehn Kolonien gegen Großbritannien.

Doch ein entscheidender Akteur wird dabei oft vergessen: Spanien.

Redaktion Spanien Press

Spanien half, bevor es offiziell darüber sprach

Als sich die amerikanischen Kolonien 1776 gegen die britische Krone erhoben, brauchten sie dringend Geld, Waffen, Munition und Nachschub. Spanien trat zunächst nicht offen als Verbündeter der Revolutionäre auf, unterstützte sie aber bereits früh im Hintergrund.

Für König Carlos III. war der Konflikt auch eine strategische Gelegenheit: Großbritannien, damals Spaniens großer Rivale, sollte geschwächt werden.

Waffen, Geld und Nachschub aus spanischen Gebieten

Über spanische Häfen, über Havanna, New Orleans und den Mississippi gelangten wichtige Lieferungen zu den amerikanischen Rebellen. Spanien stellte Waffen, Decken, Uniformen, Medikamente und vor allem Schießpulver bereit.

Diese Hilfe war für die Truppen George Washingtons von enormer Bedeutung, besonders zu einer Zeit, in der Großbritannien die Atlantikküste stark kontrollierte.

Bernardo de Gálvez: Der Spanier, der Amerika half

Eine zentrale Figur war Bernardo de Gálvez, geboren in Macharaviaya bei Málaga. Als Gouverneur der spanischen Luisiana organisierte er nicht nur Nachschub für die amerikanischen Rebellen, sondern führte auch erfolgreiche Militärkampagnen gegen britische Stellungen.

Seine Siege in Baton Rouge, Mobile und vor allem Pensacola im Jahr 1781 schwächten die britische Präsenz im Süden Nordamerikas erheblich.

Ein zweiter Kriegsschauplatz gegen Großbritannien

Durch das Eingreifen Spaniens musste Großbritannien nicht nur gegen die amerikanischen Kolonien und Frankreich kämpfen, sondern auch gegen spanische Truppen im Golf von Mexiko, in Florida und in der Karibik.

Das band britische Kräfte, kostete Ressourcen und verschlechterte die strategische Lage Londons deutlich.

Ohne Spanien wäre der Weg schwieriger gewesen

Historiker sind sich weitgehend einig: Ohne die finanzielle, logistische und militärische Hilfe Spaniens wäre die amerikanische Unabhängigkeit deutlich schwieriger gewesen. Vielleicht hätte sie sich sogar um Jahre verzögert.

Trotzdem blieb Spaniens Rolle lange im Schatten Frankreichs, das in der öffentlichen Erinnerung meist als wichtigster europäischer Unterstützer der USA gilt.

Späte Anerkennung für Bernardo de Gálvez

Erst viele Jahre später erhielt Bernardo de Gálvez in den Vereinigten Staaten die Anerkennung, die ihm historisch zusteht. Sein Porträt hängt heute im US-Kapitol, und 2014 verlieh der Kongress ihm posthum die Ehrenstaatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten.

Diese Auszeichnung wurde nur sehr wenigen ausländischen Persönlichkeiten zuteil.

Eine spanische Spur in der Geburt der USA

250 Jahre nach der amerikanischen Unabhängigkeit lohnt sich daher ein neuer Blick auf die Geschichte. Die Vereinigten Staaten wurden nicht nur mit französischer Hilfe geboren. Auch Spanien spielte eine entscheidende Rolle.

Und diese Rolle begann nicht erst mit diplomatischen Gesten, sondern mit Waffen, Geld, Nachschub und militärischem Druck gegen Großbritannien.

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