8 de Mai de 2025
Lesezeit 1 Minute

Das grüne Gold wird wieder erschwinglich: Olivenölverkauf in Spanien boomt

Foto von Juan Gomez (Unsplash)

Dank sinkender Preise und hoher Ernte steigt der Absatz von Olivenöl in Spanien im ersten Quartal 2025 um mehr als 47 %. Natives Olivenöl extra verzeichnet einen Zuwachs von 64 %.

Das als „grünes Gold“ bekannte Olivenöl erlebt in Spanien eine bemerkenswerte Wende: Nach Jahren der Teuerung führen gute Ernteaussichten und fallende Preise zu einem starken Nachfrageanstieg. Wie der Branchenverband ANIERAC mitteilt, wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 81,32 Millionen Liter Olivenöl verkauft – ein Plus von 47,15 %gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Natives Olivenöl extra besonders gefragt

Die beliebteste Kategorie war das native Olivenöl extra, mit 39,16 Millionen Litern und einem Absatzplus von 64 %im Vergleich zum ersten Quartal 2024. Auch andere Olivenölsorten legten deutlich zu:

  • Natives Olivenöl: +29,26 % (8,69 Mio. Liter)

  • Mildes Olivenöl: +34,64 % (24,84 Mio. Liter)

  • Intensives Olivenöl: +37,69 % (8,62 Mio. Liter)

Andere Pflanzenöle verlieren Marktanteile

Während Olivenöl zulegt, geraten andere Speiseöle unter Druck. Der Absatz von Sonnenblumenöl sank um 1,85 % (auf 85,32 Mio. Liter), Sojaöl verlor 31 %, Rapsöl 7,52 %. Besonders stark traf es das in Spanien weniger verbreitete Oliventresteröl, dessen Verkauf um 36,78 % auf 5,11 Mio. Liter zurückging.

Rekordernte lässt Preise einbrechen

Die Olivenernte 2024/2025 bringt mit geschätzten 1,4 Millionen Tonnen die beste Produktion seit Jahren. Die Jahre 2022/2023 und 2023/2024 lagen mit rund 665.000 bzw. 800.000 Tonnen weit darunter. Diese hohe Verfügbarkeit hat einen massiven Preisverfall ausgelöst.

Laut dem spanischen Landwirtschaftsministerium sanken die Erzeugerpreise:

  • Natives Olivenöl extra: -46,42 % (von 4,46 €/kg auf 3,91 €/kg)

  • Natives Olivenöl: -51,96 %

  • Lampantöl: -55,21 %

Große Preisspannen bleiben

Trotz günstigerer Preise bleibt der Unterschied zwischen Erzeuger- und Endkundenpreisen erheblich. Laut COAG (IPOD-Bericht) lag der Erzeugerpreis für natives Olivenöl extra im März bei 3,72 €/kg, während der Verbraucher 5,92 €/kgzahlte – ein Aufschlag von 59 %. Im Oktober 2024 betrug der Unterschied noch 6,58 €/kg zu 9,24 €/kg.

Mittelfristig weiter hohe Lebensmittelpreise?

Der Preisanstieg ist zwar vorerst gebremst, doch warnt die Spanische Zentralbank, dass die Preise für Grundnahrungsmittel mittelfristig hoch bleiben könnten. Neben klimatischen Unsicherheiten spielen auch geopolitische Spannungen und Handelskonflikte eine Rolle.

So zeigt sich bereits, dass der sich zuspitzende Zollstreit mit den USA auch auf Agrarprodukte wie Olivenöl, Mais und Soja ausstrahlt – trotz temporärer Einigungen.

Fazit: Spaniens Olivenölmarkt atmet auf, doch die strukturellen Herausforderungen bleiben. Das grüne Gold ist zurück – aber seine Zukunft bleibt abhängig vom Wetter, vom Welthandel und von der Politik.


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