Die Lage in Grazalema in der Provinz Cádiz ist äußerst besorgniserregend. Das Sturmtief Leonardo hat in der Region innerhalb kürzester Zeit extreme Regenmengen verursacht. In nur 16 Stunden fiel dort nahezu die gleiche Niederschlagsmenge, die in Madrid durchschnittlich innerhalb eines gesamten Jahres gemessen wird
Redaktion Spanien Press
Nach Angaben der Agencia Estatal de Meteorología (Aemet) wurden in Grazalema bis zum frühen Nachmittag über 300 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 12 Stunden registriert, davon rund 150 Liter allein in den letzten sechs Stunden. Aufgrund dieser außergewöhnlichen Werte gilt für die Region weiterhin die Alarmstufe Rot, die höchste Warnstufe im spanischen Wetterwarnsystem.
Evakuierungen und massive Einschränkungen in Andalusien
Das Unwetter hat bereits mehr als 3.000 Menschen in den Provinzen Cádiz, Málaga und Jaén zur Evakuierung gezwungen. In Teilen der Provinz Granada saßen Personen zeitweise in ihren Fahrzeugen und Wohnungen fest. Der Bahnverkehr in Andalusien ist nahezu vollständig eingestellt, zahlreiche Straßen sind gesperrt oder nur eingeschränkt passierbar.
Auch die Regionen Ronda sowie der Bereich der Straße von Gibraltar stehen unter besonderer Beobachtung. Dort sind lokal Niederschlagsmengen von bis zu 120 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde möglich. Die Gefahr von Sturzfluten, Erdrutschen und weiteren Schäden an der Infrastruktur bleibt hoch.
🌧️ Situación extrema en #Grazalema: El nivel freático ha subido hasta la superficie y en algunas casas el agua ya brota desde el propio suelo, entra desde las propias baldosas de las casas e incluso a través de los enchufes. pic.twitter.com/Ky6qJKW79k
— Alvaro 알바로 🇰🇷🇺🇦 (@alvariteus) February 4, 2026
Selbst für Grazalema ein Extremereignis
Grazalema zählt zu den regenreichsten Orten Spaniens. Dennoch übersteigen die aktuellen Messwerte selbst für diese Region deutlich die üblichen Extremwerte. Entscheidend ist dabei nicht nur die Gesamtmenge, sondern vor allem die außergewöhnliche Intensität der Niederschläge in sehr kurzer Zeit.
Die Behörden rufen die Bevölkerung dringend dazu auf, nicht zwingend notwendige Fahrten zu vermeiden, Flussläufe und tiefer gelegene Gebiete zu meiden und den Anweisungen des Katastrophenschutzes strikt zu folgen. Weitere atlantische Tiefdruckgebiete sind bereits angekündigt – Leonardo dürfte nicht das letzte schwere Unwetter dieses Winters gewesen sein.
#BorrascaLeonardo | Cuando la tierra ya no puede absorber más lluvia, el nivel freático sube a la superficie… y ocurre que el agua brote, en viviendas, de suelos, paredes y enchufes. ¡Flipáis! 😱 visto en #Grazalema, #Cádiz pic.twitter.com/BtbecWyNoM
— ❄️ REBELS NEVER DIE 🏥 (@miguel_alonso97) February 4, 2026
