5. Juli 2026
Lesezeit 3 Minuten

Waldbrände in Spanien: Girona, Huesca, Castellón und Sevilla kämpfen gegen Feuer während neuer Hitzewelle

Spanien erlebt an diesem Wochenende erneut eine gefährliche Kombination aus extremer Hitze, Wind und mehreren Waldbränden. Besonders angespannt ist die Lage in Katalonien, wo der Brand im Gebiet La Bisbal d’Empordà bereits Tausende Hektar zerstört hat

Redaktion Spanien Press

Spanien steht an diesem ersten Juli-Wochenende erneut unter massivem Druck durch Waldbrände. Während die staatliche Wetteragentur Aemet und der Zivilschutz vor einer neuen Hitzewelle warnen, kämpfen Feuerwehrleute in mehreren Regionen des Landes gegen aktive oder kürzlich kontrollierte Brände. Besonders betroffen sind derzeit Katalonien, Aragón, die Valencianische Gemeinschaft und Andalusien.

Die spanische Zivilschutzbehörde hatte bereits vor sehr hohen und anhaltenden Temperaturen ab Sonntag, dem 5. Juli, gewarnt. Besonders betroffen seien der Südwesten der Iberischen Halbinsel, das Ebrotal, der Nordosten sowie Teile der Pyrenäen. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird für Montag, den 6. Juli, erwartet. Gleichzeitig appellieren die Behörden an die Bevölkerung, jedes Verhalten zu vermeiden, das einen Brand auslösen könnte – etwa weggeworfene Zigaretten, Glasflaschen, Müll oder Arbeiten mit Maschinen in trockenen Naturgebieten.

Girona: Großbrand in Les Gavarres stabilisiert, aber noch lange nicht gelöscht

Am schwersten betroffen ist derzeit die Provinz Girona. Der Brand bei La Bisbal d’Empordà im Naturraum Les Gavarres konnte zwar stabilisiert werden, doch die Einsatzkräfte sprechen weiterhin von einem sehr schwierigen Szenario. Nach Angaben spanischer Medien hat das Feuer rund 2.300 Hektar erfasst. Acht Wohnhäuser sollen vollständig zerstört worden sein, weitere Gebäude, Fahrzeuge und Teile eines Industriegeländes wurden beschädigt.

Die Feuerwehr warnt vor einem „komplizierten Tag“, da Hitze, Wind und ein sehr unregelmäßiger Brandrand jederzeit neue Aufflammungen verursachen können. Besonders problematisch sind laut Einsatzkräften kleine Glutnester und nicht verbrannte Vegetationsinseln innerhalb des betroffenen Gebietes. Genau solche Stellen können bei steigenden Temperaturen und wechselnden Winden wieder gefährlich werden.

Das Massiv Les Gavarres bleibt weiterhin gesperrt. Der Zugang für Freizeitaktivitäten, Sport, Motorräder oder Spaziergänge ist untersagt. Nach Angaben katalanischer Medien betrifft die Maßnahme rund 20 Gemeinden zwischen Gironès und Baix Empordà. Die Sperrung soll mindestens bis Freitag aufrechterhalten werden; zugleich wurde für das Gebiet die höchste Stufe des Pla Alfa wegen extremer Waldbrandgefahr aktiviert.

Auch der mutmaßliche Ursprung des Feuers sorgt in Spanien für Diskussionen. Nach ersten Ermittlungen wurde ein Arbeiter festgenommen, der mit einer Trennscheibe beziehungsweise Radial in einem Hochrisikogebiet gearbeitet haben soll. Die Behörden prüfen den Verdacht einer schweren Fahrlässigkeit.

Huesca: Evakuierungen bei Loporzano, UME angefordert

Auch in Aragón bleibt die Lage angespannt. In Loporzano, in der Provinz Huesca, entwickelte sich ein am Samstag ausgebrochener Brand in der Nähe von Chibluco ungünstig. Nach Berichten aus der Region wurde der Notfallplan auf Stufe 2 aktiviert, die Militärische Notfalleinheit UME angefordert und rund 30 Bewohner von San Julián de Banzo sowie Chibluco vorsorglich evakuiert.

Das Feuer hatte nach ersten Angaben bereits rund 75 Hektar verbrannt. Besonders besorgniserregend ist die Nähe zum Naturpark Sierra y Cañones de Guara. Die Einsatzkräfte arbeiteten in der Nacht daran, den Brandkopf zu kontrollieren und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Das Wetter macht die Lage nicht einfacher. Für Aragón wurden hohe Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit und Windböen erwartet. Der regionale Zivilschutz verwies auf Temperaturen von bis zu 37 Grad und Wind aus süd-südwestlicher Richtung mit Böen von über 30 Kilometern pro Stunde.

Castellón: Vier Menschen gerettet, 70 vorsorglich evakuiert

In der Valencianischen Gemeinschaft kam es zwischen Peñíscola und Benicarló zu einem weiteren Brand. Dort mussten vier Menschen aus zwei Häusern gerettet werden, während rund 70 Personen vorsorglich evakuiert wurden. Der Brand wurde später stabilisiert, nachdem zahlreiche Luft- und Bodeneinheiten im Einsatz waren.

Die Provinz Castellón erlebte innerhalb kurzer Zeit mehrere Brände. Lokale Medien berichteten von sieben Feuerwehreinsätzen innerhalb von 24 Stunden, darunter Vegetationsbrände, ein Lkw-Brand auf der AP-7 und ein weiteres Feuer im Gebiet von Culla.

Sevilla: Brand in Villanueva del Río y Minas unter Kontrolle

In Andalusien konnte der Waldbrand in Villanueva del Río y Minas in der Provinz Sevilla unter Kontrolle gebracht werden. Das Feuer war am Samstagmittag im Gebiet La Chimenea ausgebrochen. Nach Angaben von Europa Press und dem andalusischen Waldbranddienst Infoca wurde der Brand am späten Samstagabend kontrolliert. Im Einsatz waren unter anderem mehrere Hubschrauber, zwei Löschflugzeuge, mehr als 50 Einsatzkräfte, zwei Löschfahrzeuge und eine medizinische Einheit.

Trotz der Entspannung in Sevilla bleibt die allgemeine Lage in Andalusien heikel. Die Kombination aus sehr hohen Temperaturen, trockener Vegetation und menschlichem Fehlverhalten kann jederzeit neue Brände verursachen. Gerade in ländlichen Gebieten, Naturparks und touristisch stark frequentierten Regionen gilt deshalb erhöhte Vorsicht.

Ein Warnsignal für den Sommer

Die aktuellen Brände zeigen erneut, wie verletzlich Spanien im Sommer geworden ist. Dürreperioden, Hitze, Wind und vernachlässigte Waldflächen können aus einem einzelnen Funken innerhalb weniger Minuten eine regionale Notlage machen. Besonders gefährlich sind sogenannte Interface-Zonen, also Gebiete, in denen Wohnhäuser, Ferienanlagen, Straßen und Waldflächen direkt aufeinandertreffen.

Für Einwohner, Urlauber und ausländische Hausbesitzer in Spanien bedeutet das: Warnungen der Behörden sollten unbedingt ernst genommen werden. Wer eine Rauchwolke sieht, sollte sofort die Notrufnummer 112 wählen. In gesperrten Naturgebieten sollten keine Ausflüge, Wanderungen, Radtouren oder Fahrten unternommen werden. Auch scheinbar harmlose Handlungen wie Grillen, Rauchen, Glasflaschen im Gelände oder Arbeiten mit Metallwerkzeugen können bei extremer Trockenheit katastrophale Folgen haben.

 

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