Der ehemalige FC-Barcelona- und brasilianische Nationalspieler Dani Alves wurde vom Obersten Gerichtshof Kataloniens spektakulär vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Damit wurde das Urteil vom Februar 2024 aufgehoben, das in der Fußballwelt für großes Aufsehen gesorgt hatte.
Alves war ursprünglich schuldig gesprochen worden, eine 23-jährige Frau in der Silvesternacht 2022 im Sutton-Nachtclub in Barcelona sexuell missbraucht zu haben. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt, kam jedoch nach 14 Monaten Untersuchungshaft gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von einer Million Euro frei – in Erwartung seines Berufungsverfahrens.
In einem wegweisenden Urteil erklärte das Gericht am Freitag, es gebe „nicht genügend Beweise“, um die Unschuldsvermutung außer Kraft zu setzen. Zudem bemängelte es die mangelnde „Zuverlässigkeit“ der Aussage der Klägerin.
Die Richter verwiesen auf „eine Reihe von Lücken, Ungenauigkeiten, Unstimmigkeiten und Widersprüchen“ sowohl in der Darstellung der Fakten als auch in der rechtlichen Bewertung des ursprünglichen Prozesses. Diese Mängel machten die Verurteilung rechtlich nicht haltbar.
Alves, der seine Unschuld stets beteuert hatte, wurde von der Strafverteidigerin Ines Guardiola vertreten. Sie begrüßte das Urteil mit den Worten: „Wir sind sehr glücklich. Die Gerechtigkeit hat gesiegt, Dani Alves wurde für unschuldig erklärt.“
Das ursprüngliche Urteil, das Alves eine gewaltsame sexuelle Handlung zur Last legte, fiel milder aus als von Staatsanwaltschaft und Nebenklage gefordert – unter anderem, weil Alves angeboten hatte, Schadenersatz zu leisten.
Der Freispruch am Freitag hat in Spanien und Brasilien eine erneute öffentliche Debatte ausgelöst. Dabei geht es um den Umgang mit Vergewaltigungsvorwürfen in prominenten Fällen sowie die Rolle der Medien in der öffentlichen Meinungsbildung.
Rechtsexperten betonen, dass der Fall trotz der gerichtlichen Mängel exemplarisch für die Schwierigkeiten bei der juristischen Aufarbeitung schwerwiegender Vorwürfe ist – insbesondere, wenn prominente Persönlichkeiten betroffen sind.
Gegen Alves sind in diesem Fall derzeit keine weiteren rechtlichen Schritte anhängig.
